Niederösterreichische Tageszeitung, NÖN 24. 04 2009

Talentschmiede im Justizpalast
beeindruckt das Publikum

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass konsequente musikerzieherische Arbeit reiche Früchte bringt, dann wurde er beim „Konzert im Justizpalast“ geliefert: auch höchsten musikalischen Ansprüchen wurde dieser Abend gerecht. Und dabei lag das Durchschnitts-alter der 7 Solisten bei ungefähr 12 Jahren… Unter dem sicheren und feurigen Dirigat des Ungarn Bela Guyas (Neues Orchester Basel) begleitete das bewährte Franz-Schmidt-Kammerorchester (Chef: Dir. Prof. Adolf Winkler) die „Wunderkinder“ – wobei nur die Begabung als Wunder erstaunt, der Rest ist ernsthaftes Streben und knochentrockenes Üben!

Haydn lieferte als Jahresregent die Mehrzahl der Programmpunkte: sein Klavierkonzert erklang mit der 9jährigen M. Hochbichler (!) und der 15jährigen K. Gyöpös in professioneller Interpretation. N. Henter war gleich 2mal zu vernehmen: als Flötistin und kraftvoll zupackende Pianistin (Beethoven); N. Jahanpour, K. Lee, G. Barnas und L. Holetschek, die sich bereits Ruhm erspielt hat und eine makellose Schubert-Wiedergabe lieferte, rissen das zahlreich erschienene Publikum zu Begeisterungsstürmen hin – die jungen Künstler dankten mit einer fulminanten Fauré-Komposition. Frau Professor Imola Joó war mit 6 ihrer Pianisten vertreten; als Gäste hörte man Studenten von W. Schulz und B. Kuschnir. Alle haben ganze (Aufbau-)Arbeit geleistet!

Für die Organisation zeichneten F. und S. Murczek verantwortlich: ihrem Einsatz ist es zu danken, dass „Musik im Recht“ bereits zum zweiten Male stattfinden konnte. Möge sich diese hervorragende Idee zu einer dauerhaften und aus dem Wiener und Perchtoldsdorfer Kulturleben nicht mehr wegzudenkenden Institution entwickeln!